Altes Emailschild Fromm Brothers Berlin um 1940

CHF 580.00

Altes Emailschild mit viel Historie der Gebrüder Fromm, Schönheitsprodukte aus Berlin - New York.
Das Schild ist teils Matt und hat Oberflächenkratzer.
Grösse 59x48cm
Auszug Wikipedia:

1921 ließ Julius Fromm seine Firma in Berlin-Köpenick unter der Bezeichnung Fromms Act. Julius Fromm. Spezialfabrik nahtloser Gummiwaren eintragen. Zwei Jahre später eröffnete er in Berlin-Friedrichshagen eine weitere Produktionsstätte auf einem 16.000 m² großen Terrain, dazu eine Vertriebsniederlassung zwischen Danzig und Zoppot. Die Fromms Gummiwerke nahmen 1930 in Berlin-Köpenick die modernste Tauchgummiproduktion für Präservative in Betrieb. Diese Fabrik galt in jeder Beziehung als vorbildlich. So wurden bereits Kontrollprüfungen für jedes einzelne Kondom durchgeführt, die für den bekannten Sexualpsychologen Magnus Hirschfeld so überzeugend waren, dass er nach einer Betriebsbesichtigung äußerte: „Das unter der Bezeichnung Fromms Act verbreitete Präservativ erfüllt in vollkommenster Weise alle Vorbedingungen eines zweckentsprechenden Schutz- und Vorbeugungsmittels.“ Der Verkaufserfolg der Fromms-Präservative in den 1930ern war beispiellos. In den Betrieben Köpenick und Friedrichshagen wurden zusammen 500 Mitarbeiter beschäftigt. Der Vertrieb erfolgte über Hauptvertretungen, die in zwanzig Städten etabliert waren, daneben gab es zahlreiche Stadtvertretungen. Eine bedeutende Rolle spielte auch der Export, so dass in neun Ländern Auslandsvertretungen unterhalten wurden.

Die himmlersche Polizeiverordnung von 1934 verbot Werbung für Verhütungsmittel, speziell für Kondome. Zu dieser Zeit stellte die Firma Fromms den Friseuren und Drogisten emaillierte Reklameschilder mit der Aufschrift „Verlangen Sie die echten Fromms Gummischwämme“ zur Verfügung. Diese Schilder wurden an den Hauswänden der Geschäfte montiert. Dem Verbraucher wurde somit signalisiert, dass es in diesen Geschäften Fromms Präservative gebe. Wegen ihrer jüdischen Abstammung fühlte sich die Familie Fromm in Deutschland nicht mehr sicher, so dass Herbert und Edgar Fromm, die Söhne des Firmengründers Julius Fromm, Deutschland 1935 verließen. Sie versuchten von London aus einen Kondomvertrieb aufzubauen. Die Ware wurde von den Fromms Gummiwerken Berlin geliefert. Die Kondome wurden nun unter der Marke MORFJ (eine Verdrehung des Namens J. Fromm) vertrieben. Als mit Kriegsausbruch Edgar Fromm als Ausländer in ein Internierungslager nach Australien kam, brach die Firma, auch durch die Unterbrechung des Kontaktes nach Berlin, zusammen. 1938 wurde Julius Fromm aufgrund seiner jüdischen Religionszugehörigkeit von den Nazis gezwungen, sein Werk für 300.000 Reichsmark weit unter Wert „zu verkaufen“. Die Käuferin war Reichsmarschall Hermann Görings Patentante Elisabeth Edle von Epenstein-Mauternburg. Hermann Göring erhielt für dieses Geschäft von der Baronin unter anderem die Burgen Veldenstein und Mauterndorf.

1945 wurde das Hauptwerk der Fromms, das Gummiwerk in Berlin-Köpenick, unmittelbar vor Kriegsende bombardiert und brannte vollständig aus. Julius Fromm, der das Kriegsende in London als Asylant erlebte, überstand das Ende von Nazi-Deutschland und die Vorfreude auf den Wiederaufbau seines Betriebes nicht. Am 12. Mai 1945 erlag er einem Herzversagen.